02.11.2026 - 28.11.2026 Gaucho Trail Motor Challenge
Seit der Teilnahme an der Rallye Lima To Cape Horn im Jahr 2022 bin ich fasziniert von diesem Kontinent und möchte ihn weiter kennen lernen. Der Gaucho Trail ist eine 28-tägige, 11'000 km lange Entdeckungsreise durch 6 Länder die in Uruguay startet und endet. Maximal 40 Fahrzeuge werden zugelassen.
Unterwegs werden wir Zeuge der donnernden Iguazú-Wasserfälle, durchqueren Boliviens Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt, und fahren durch Chiles dramatische Landschaften, die Abenteuerlustige aus aller Welt anlocken. Diese Route ist voller holpriger Schotterstraßen, anspruchsvoller Strecken und Rennstrecken, auf denen einst die WRC und die Rallye Dakar ausgetragen wurden. Es ist eine Prüfung für Auto und Geist – eine Pilgerfahrt für alle, die sich nach wilden Orten, lebenslangen Erinnerungen und der einzigartigen Kameradschaft eines Monats auf offener Strasse sehnen (Zitat Veranstalter).
Diesmal plane ich von Anfang an, alleine zu fahren. Meine Begleiterin wird 'Luisa' sein, ein 4x4 Toyota Landcruiser aus dem Jahre 1975. Dieses Fahrzeug habe ich im Jahr 2020/2021 mechanisch vollständig restauriert und einige Rallye-Erfahrungen damit gesammelt.
08.11.2024: Die Anmeldung ist abgeschickt, bin gespannt, ob der Organisator die gewünschte Solo-Fahrt und das vorgesehene Fahrzeug zulassen.
11.11.2024: Meine Anmeldung wurde akzeptiert, der Solo-Fahrt sollte gemäss Veranstalter nichts im Wege stehen. Also beginne ich langsam mit der Fahrzeugvorbereitung. 2 Jahre sind schnell vorbei, resp. ihn ca. 1 1/2 Jahren muss das Fahrzeug für den Transport abgegeben werden.
29.11.2024: Der Veranstalter meldet: Rallye ausgebucht! Es gibt also noch einige ähnlich Verr...... wie mich
.
April/Mai 2025: Die technischen Vorbereitungen haben begonnen: Hinter den Sitzen habe ich einen Zusatztank mit 85 Litern sowie eine 2. Benzinpumpe (umschaltbar) montiert und fachgerecht verkleidet. So habe ich jetzt maximal 140 Liter Benzin an Bord, was auf normalen Strecken eine theoretische Reichweite von mehr als 600 km ergibt. Diverse weitere Kleinigkeiten und Annehmlichkeiten sind geplant, resp. bereits eingebaut.
Winter 2025/2026: 'Luisa' hat einige weitere (vom Veranstalter erlaubte) Anpassungen über sich ergehen lassen müssen. Alle Blattfedern wurden neu gespannt sowie die Aufhängungen modifiziert, was grössere (und bessere) Stossdämpfer nötig machte. Im Innenraum habe ich verschiedene Schubladen und Fächer für Ersatzteile und Werkzeug eingerichtet, so dass ich alles schnell und auf Anhieb finden sollte. Für den grossen Offroad-Wagenheber habe ich auf der vorderen Stossstange eine wasserdichte Ablage konstruiert und konnte so einiges an Gewicht nach vorne verlagern. Da ich alleine fahre, habe ich auch das Cockpit für die Aufnahme der Rallyegeräte und des Roadbooks erweitert. Zu guter Letzt habe ich noch ein Plätzchen für meinen Humidor gefunden, welcher meinen Pfeiffentabak aufnehmen und feucht halten kann. Wie immer vor längeren Verschiffungen habe ich alle Ersatzteile in Plastikbeutel eingeschweisst, dies um möglichst Korrosion der Teile zu verhindern. Details und Bilder zu den Umbauarbeiten findet ihr im Bericht Fahrzeugvorbereitungen weiter unten.
3.6.2026: Vollgetankt mit 140 Liter Benzin und voll beladen bin ich beim Strassenverkehrsamt Winterthur auf die Waage gefahren und habe das Gesamtgewicht sowie das Gewicht auf der Vorderachse messen lassen. Auch wenn ich mich mit mutmasslichem Gepäck vom 20 kg reinsetze, verbleiben immer noch rund 120 kg unter dem zulässigen Gesamtgewicht und die Gewichtsverteilung mit 59% auf der Hinterachse und 41% auf der Vorderachse kann sich durchaus sehen lassen.
10.6.2026: Ich habe an einem Webinar des Veranstalters teilgenommen, in welchem die Strecke detaillierter vorgestellt wurde (scheint toll zu werden
). Zudem wurden wir behutsam auf die diversen Grenzübertritte vorbereitet, welche - wie immer auf solchen Rallyes - einen Teil des Abenteuers sein werden.
17.6.2026: 'Luisa' wurde von der Transportfirma CARS abgeholt und in ein Zwischenlager nach Amsterdam gebracht. Am 17. Juli startet bereits die Verschiffung nach Südamerika. Auf Grund der schlechten Erfahrungen mit den Rekognoszierungsfahrzeugen des Veranstalters hat man vorsichtshalber 2 Monate Transportreserve eingebaut.
Wie heisst es doch so schön in einschlägigen Foren: Wenn Du in die Wüste fahren willst, musste Du einen Landrover kaufen. Wenn Du auch zurückkommen möchtest, musst Du einen Landcruiser kaufen
. Bin gespannt ...
11.9.2026: Der Amtsschimmel wiehert wieder einmal lautstark! Mein Toyota ist - wie alle meine Oldtimer - auf meine Firma Beltrona AG zugelassen. Meine private Adresse ist jeweils als 'Lenkeradresse' ebenfalls im Fahrzeugausweis eingetragen. Zusätzlich führe ich immer ein in englischer Sprache gehaltenes Schreiben mit dem Briefkopf der Beltrona AG mit, welches mir die Erlaubnis bestätigt, überall in der Welt ein Fahrzeug, welches auf die Beltrona AG zugelassen ist, zu fahren. Unterschrieben ist dieses Dokument von einem Mitglied des Verwaltungsrates der Beltrona AG sowie von mir als Präsident dieses Gremiums. Das hat die letzten Jahre immer bestens geklappt! Neu müssen wir die Unterschriften auf diesem Papier auf einem Notariat beglaubigen lassen. Konkret muss ich vor einem Notar unterschreiben, dass ich tatsächlich derjenige bin, der mir selber erlaubt, dieses Fahrzeug zu führen. Rein rechtlich gesehen würde sogar meine Einzelunterschrift genügen, aber vorsichtshalber unterschreibt noch jemand zusätzlich. Der Notar ist sich dieser 'Problematik' bewusst und hat mir versprochen, auch sein ganzes offizielles Stempelset zur Anwendung zu bringen. Aus Erfahrung weiss ich, dass je mehr Stempel auf einem Formular sind, es umso glaubwürdiger aussieht. Die Farbe rot kommt besonders gut an
.
Es wird dann während der Rallye vermutlich wie auf jeder Rallye sein: Kein Schwein wird sich für diese Bestätigung interessieren ...
Das Auto