Gaucho Trail Motor Challenge 02.11.2026 - Day 1: Montevideo to Rivera (572 km)

Die ganze Nacht hindurch hatte es geregnet und tat es auch am Morgen noch. 'Luisa' sprang nur mühsam an, irgendwie schien nicht genügend Strom zum Anlasser zu kommen. Also liess ich sie etwas warm laufen und stellte dann den Motor wieder ab. 3 Minuten vor dem Start ging dann nichts mehr! Das Anlasserrelais machte noch kurz Klick und dann war der ganze Strom weg. Zum Fehlersuchen war keine Zeit mehr und so liess ich 'Luisa' die Hotelrampe runterrollen und anlaufen, was problemlos gelang.

Der Start als Letzter gelang trotzdem pünktlich und 'Luisa' lief problemlos. Das Verlassen von Montevideo war etwas schwierig, weil das Roadbook nicht mit der vom Veranstalter abgegebenen Wegpunktstrecke übereinstimmte, aber dank Direktnavigation hin auf einzelne Wegpunkte fand ich mit nur wenigen Umwegen den Start der 1. Regularity. Während ich auf den Start wartete, fuhren hinter mir mindestens weitere 5 Fahrzeuge auf, die eigentlich alle hätten vor mir sein sollen ...

Beide Regularities führten über vom Regen aufgeweichte und daher ziemlich schlammige Feldwege. Es gelang mir zwar nicht alles nach Wunsch, aber ich bin trotzdem zufrieden (9 Sekunden aus 4 Timingpunkten). 'Luisa' hat sich tapfer geschlagen, aber von der roten Originalfarbe war nicht mehr viel zu sehen.

Bezüglich des Stromproblems konnte ich mir immer noch keinen Reim machen. Die Batterie schien nicht leer zu sein, denn der zu Beginn kurzzeitige Ladestrom pendelte sich bald wieder bei 0 Ampère ein und fiel nie ins Negative, also lieferte der Alternator Strom. Der Anlasser konnte es eigentlich auch nicht sein, da dieser noch recht neu ist und bis anhin nie irgendwelche Macken gezeigt hat. Ob es irgendwo einen schlechten Kontakt hatte, der nur noch kleine Stromstärken durchliess?

Plötzlich sah ich an der Seite einen Garagenbetrieb und habe dort vorsichtshalber eine ungefähr passende Batterie gekauft (und den Motor natürlich laufen lassen wink). Ich wollte aber noch bis zum Mittagessen weiter fahren, denn dort war das Etappenende und erst nachher die Batterie wechseln. Am Nachmittag waren dann ca. 300 km freie Fahrt an die Grenze nach Brasilien angesagt.

Beim Abklemmen der Batteriepole war dann schnell klar, wo das Problem lag. Beide Pole waren - von aussen nicht sichtbar - an den Kontaktstellen deutlich oxidiert, was mich nicht weiter wunderte. 'Luisa' war 3 Monate unterwegs, stand in Lagerhäusern und Containern in der salzfeuchter Luft und am Schluss noch 2 Tage im Regen vor dem Hotel. Ich habe beide Pole provisorisch gereinigt und siehe da, 'Luisa' startete in alter Frische smiley! Diverse Teams hatten heute Probleme mit der Elektrik, teilweise reparieren sie immer noch ...

Der Grenzübertritt nach Brasilien verlief speditiv, aber ganz anders als vom Veranstalter im Roadbook beschrieben! Ob das nur am neuen  Mercosur-Abkommen lag? Auf jeden Fall bin ich jetzt im Hotel und freue mich auf das Abendessen!

Während der Regularity
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