Gaucho Trail Motor Challenge 31.10.2026 - Fahrzeugabholung - Driver Briefing - Welcome Dinner

Heute ist der 1. offizielle Rallye-Tag, welcher ganz der Fahrzeugabholung/-vorbereitung, dem Driver-Briefing und dem Welcome-Dinner gewidmet ist. Vermutlich sind alle Teams schon in Montevideo, haben aber die vorhergehenden Nächte mehrheitlich in einem anderen Hotel verbracht. Das Starthotel direkt am Meer - wo ich seit 2 Tagen stationiert bin - ist zwar ganz gut, hat aber seine besten Zeiten weit hinter sich. Aber es hat genügend Platz und Parkierungsmöglichkeiten für den Start von 44 Rallye- und 10 Funktionärsfahrzeuge und diese Option steht jetzt verständlicherweise an 1. Stelle.

Demzufolge war gestern Abend an der Bar wenig los. Ich habe es tatsächlich bei genau einem (kleinen) Bier belassen und bin früh schlafen gegangen. Das hat nochmals richtig gut getan und heute morgen fühlte ich mich wie neu geboren. Ausser den üblichen altersbedingten  leichten Anlaufschwierigkeiten nach dem Aufstehen keinerlei Beschwerden; da kommt doch wieder Freude auf smiley. 


Gestern Abend haben wir noch erfahren, dass 2 Teams - darunter ein Deutsches - sich von der Rallye zurückziehen mussten. Schade - es ist  immer wieder eine Wohltat, auf solchen Rallyes zwischendurch etwas Deutsch sprechen zu können.

Ebenso kann ich euch den Link für das Tracking bekannt geben: https://hero.3sgroup.co.uk/ . Nach dem Aufruf müsst ihr rechts die Fahrzeugnummer 50 (roter Punkt) anwählen. Wenn viele Fahrzeuge am gleichen Ort stehen, liegen die Punkte mehr oder weniger übereinander und man muss dann die Karte aufzoomen, um ein bestimmtes Fahrzeug erkennen zu können. Bitte diesen Link - zu unserer Sicherheit - nicht auf Social Media weitergeben!


In der Nacht hat es ziemlich geschüttet und der (gedeckte!) Vorfahrtbereich sowie die Vorhalle des Hotels standen teilweise unter Wasser. Nicht alles kam vom Boden her herein, sondern ein grosser Teil gelangte auch über das undichte Dach dorthin. Das schien niemanden gross zu stören, denn es wurden in aller Seelenruhe diverse Badetücher ausgebreitet, mit welchen man versuchte, den Wassermassen einigermassen Herr zu werden. 

Aktuell ist trockenes Wetter mit leichter Sonnentendenz und mässigem Wind angesagt, aber Regen scheint auch nicht ausgeschlossen indecision. Und so war es auch: Nach einem heftigen Gewitter hat es aber aufgeklart und jetzt scheint die Sonne bei starkem Wind und angenehmen Temperaturen.

Heute morgen waren beim Frühstück einige bekannte Gesichter anzutreffen, die vermutlich alle erst gestern spät am Abend angekommen sind. Da ist einiges an Rallye-Erfahrung zusammen gekommen, 'Warmduscher' sind eher nicht dabei. Die Stimmung untereinander ist freundschaftlich und gut. Man kennt sich und alle haben ungefähr das Gleiche an der Waffel. Rund 1/5 der Teilnehmenden sind Damen! Stand heute Morgen haben neun Teilnehmende ihren medizinischen Fragebogen noch nicht eingereicht. Da ist der Veranstalter - völlig zu Recht - knallhart: Ohne diesen ausgefülltern Fragebogen gibt es keine Starterlaubnis! Wie auf allen solchen Rallyes üblich, fahren auch hier wieder ein Arzt und ein Rettungssanitäter mit.

Für südamerikanische Verhältnisse relativ pünktlich um ca. 12:15 Uhr fuhr der Bus zum rund 25 km Zollfreilager ab. 'Luisa' stand schön aufgereiht inmitten der anderen Fahrzeuge bereit. Die Schlüssel- und Carnetübergabe durch Melvin Palmer von CARS erfolgte wie immer speditiv und zuverlässig. 'Luisa' sprang nach so langer Standzeit relativ gut an und surrte bald darauf in einem ansprechenden und gleichmässigen Rundlauf vor sich hin. Kaum war ich beim Auto, packte mich eine junge einheimische Dame am Arm und erklärte, sie heisse auch Luisa und würde gerne mit mir mitfahren. Zurückhaltend wie ihr mich kennt, habe ich nett aber bestimmt abgelehnt, musste aber dafür für ein längeres Foto-Shooting hinhalten.

Luisa und 'Luisa'
Luisa und 'Luisa'
Luisa und 'Luisa'

Gleich vor Ort erhielten wir alle Rallye- Schilder und Kleber ausgehändigt, welche wir sogleich - noch im Trockenen - montierten. Ebenso habe ich meinen Tracker auf dem Dach von 'Luisa' installiert und erfolgreich in Betrieb genommen. Ab sofort könnt ihr meinen Standort (resp. den von 'Luisa' wink) überwachen. Auf der Rückfahrt zum Hotel bin ich noch Tanken gegangen (125 Liter für ca. CHF 240, also wie bei uns) und habe Elektrolyt-Getränke sowie einige Zucker-Bomben-Schokoriegel eingekauft.

Zurück beim Hotel habe ich als Erstes die vom Veranstalter eingerichtete Tripmaster-Strecke abgefahren und meine Tripmaster neu kalibriert. Das ist für gute Regularity-Resultate entscheidend! Im Gegensatz zu all meinen anderen Rallye Fahrzeugen habe ich bei 'Luisa' die Induktivsonden - gut geschützt hinter dem vorderen Differentialgehäuse - bei der vorderen Kardanwelle montiert. Diese wird - solange der 4-Rad-Antrieb nicht eingeschaltet ist - von den mitlaufenden Vorderrädern angetrieben (nein, ich habe keine Freilaufnaben) und überträgt daher die Impulse schlupffrei, ganz egal, wie stark und häufig die Hinterräder durchdrehen. Es ist so oder so mein Ziel, den 4-Rad-Antrieb nie einzuschalten, ausser wenn ich jemanden aus dem Graben ziehen müsste oder selber dort gelandet bin (was ich natürlich nicht anstrebe angel).

Dann habe ich alles zusätzlich mitgebrachte Equipment montiert, resp. verstaut und einmal mehr gedacht: Ich habe viel zu viel Material dabei! Dafür ist die Chance gross, wenigstens das Richtige dabei zu haben. Die anschliessende Funktionskontrolle aller technischen Komponenten verlief erfolgreich, so dass ich morgen mit gutem Gewissen zur technischen Abnahme gehen kann.

Bereits machen diverse Räubergeschichten (?) die Runde. Wegen El Niño sei die Niederschlagsmenge in Argentinien 3x so hoch wie üblich, aber wenn es regnet, können die Temperaturen bis 33° Celsius klettern. Gut, habe ich Badehosen dabei, lediglich die geländetauglichen Badeslipper habe ich vergessen. Das kann ja eine heitere Schlammschlacht werden! Der Veranstalter wird wohl hie und da kurzfristig umdisponieren müssen ...

Mehr werden wir heute Abend beim Driver-Meeting um 20:00 Uhr erfahren, ändern können wir das Wetter so oder so nicht. Ansonsten bin ich mit Schirmen und langen Pelerinen bestens gegen schlechtes Wetter gerüstet und auch 'Luisa' ist einigermassen dicht.

Der Verkehr ist in Montevideo typisch südamerikanisch, leicht chaotisch, jeder sucht sich eine passende Lücke und trotzdem funktioniert es irgendwie. Ich habe mich schnell daran gewöhnt und kann gut mithalten angel!

Morgen findet also die Technische Abnahme (scrutineering) und die Abgabe der Unterlagen statt. Ich werde als Solo-Fahrer mutmasslich einiges zum Vorbereiten haben und möchte ab dem 1. Tag voll dabei sein!

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'Luisa' und ich sind bereit!
'Luisa' und ich sind bereit!
'Luisa' und ich sind bereit!

Kommentare

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Irene 31.10.2026, 22:12

Ich bin mir sicher, du packst das 😚