Ötztal-Classic Tag 1 - Ötztal Runde (39 km)

Exakt um 16:00:00 Uhr überquerte ich mit der Startnummer 1 und daher als 1. Fahrzeug der Rallye die Startlinie. Dieser Start war gleichzeitig auch der Start der 1. Schlauchprüfung, welche rund 25 Meter später kurz nach der 1. Abzweigung endete. Diese Strecke musste in 10 Sekunden zurückgelegt werden, was ich aber nicht richtig mitbekam, weil die Kurve sehr eng war und zudem ein Jugendlicher die Fahrbahn in letzter Sekunde queren wollte.

Auf dieser Etappe fuhr ich alleine, da Adrian noch bis 15:00 Uhr arbeiten musste und erst dann in Winterthur losfahren konnte. Ich musste also sowohl navigieren als auch alle Zeiten im Griff haben. Mindestens das Navigieren gelang einwandfrei, hingegen beim Einhalten der vorgegebenen Zeiten hatte ich etwas Mühe, da die Messstrecken nur Längen zwischen 30 und 800 Metern aufwiesen. Wenn da an einer engen Stelle Gegenverkehr kam, konnte man die beim Kreuzen verlorene Zeit nicht mehr aufholen, zumindest nicht mit 'Isabella' frown.

Schon bald ging es steil der Berg hinauf, was aber 'Isabella' keine nennenswerten Probleme bereitete. Die nächste WP (Werteprüfung) habe ich prächtig in den Sand gesetzt, da ich weder die Stoppuhr korrekt gestartet noch den Tripmaster an der richtigen Stelle auf 0 gesetzt habe. So fuhr ich nach Gefühl (was in anderen Rallyes schon zu Bestresultaten gereicht hatte). Dafür habe ich alle kniffligen Abzweigungen mit den damit verbundenen Durchfahrtskontrollen gefunden und wenigstens dort keine Strafpunkte gesammelt. Die darauf folgende WP mit fliegendem Start gelang dafür ganz gut und auf den letzten beiden WP's bin ich wenigstens ins richtige Ziel gekommen wink.

Auf dieser Rallye wird alles elektronisch gemessen und alle Zeiten werden mit Lichtschranken auf die 100-stel Sekunde erfasst. Zudem haben wir einen Transponder um den Hals gehängt bekommen, den wir bei jeder Durchfahrtskontrolle in ein vom Funktionär hingehaltenes Gerät stecken müssen.

Schon deutlich vor der vorgegebenen Zeit kam ich im Ortszentrum von Oetz an und hatte jetzt 90 Minuten Pause mit Verpflegungsmöglichkeit. Doch bald darauf begann es zu tröpfeln, dann zu regenen und am Schluss schüttete es wie aus Kübeln. Die zahlreichen Zuschauer stürmten von dannen und bald waren wir (60 Fahrzeuge / 120 Personen) alleine auf dem grossen Parkplatz. Es schüttete und schüttete!

Kurz nach 18:00 Uhr kam Adrian an, so dass er den für 19:00 Uhr vorgesehenen Orts-Grand-Prix in Oetz (1.1 km mit einer grösseren WP) bereits als Beifahrer mitfahren konnte. Doch erstens kommt es anderes, als man zweitens denkt! Wegen des vielen Wassers im ganzen Dorf wurde dieser Rundkurs abgesagt und wir wurden auf direktem Weg ins 35 km entfernte Hotel zurückgeschickt. 'Isabella' schwamm prächtig auf den Strassen, auch gegen die Strömung, aber wir kamen wohlbehalten an. Zum Glück habe ich die Windschutzscheibe zu Hause noch mit einer speziellen Nanopartikel-Lösung behandelt, so dass ich trotz strömendem Regen den Scheibenwischer so gut wie nie benutzen musste. Es hätte ohnehin nicht viel gebracht ...

Und so waren wir schon kurz nach 19:00 Uhr zurück im Hotel. Adrian checkte ein und schon 10 Minuten später sassen wir beim Nachtessen. Anschliessend haben wir zusammen das Roadbook für den morgigen Tag angeschaut und theoretisch ist alles klar smiley. Morgen folgt ab 09:00:00 Uhr ein weiterer Praxistest ...

Morgen wird ein langer Tag. Wir werden auf der Strecke vom Timmlesjoch Nachtessen (mit Musik!) und erst um 21:00:00 Uhr weiterfahren. Um 22:05 Uhr sollten wir spätestens zurück sein, wir fahren also im Dunkeln. Zwei Frontlampen mit Scheinwerfer und H1- Birnen habe ich an 'Isabella', leider geht das adaptive Kurvenlicht nicht, es muss wohl an der Sicherung liegen ...

Zu diesem Zeitpunkt hat man noch ein wenig von den umliegenden Bergen gesehen
Zu diesem Zeitpunkt hat man noch ein wenig von den umliegenden Bergen gesehen
Zu diesem Zeitpunkt hat man noch ein wenig von den umliegenden Bergen gesehen