Nordic Challenge 03.07.2026 - Day 5: Jyväskylä to Umeà - Finland (344 km)

Noch gestern Abend haben wir die Meldung erhalten, dass Andrew die Rallye abbrechen muss sad. Sein Ford kann keinen genügenden Öldruck mehr aufbauen und Andrew und sein Co-Driver wollten sich zurückziehen, bevor sich der Motor ganz verabschiedet. Das ist sehr schade, denn wir kämpfen seit jeher auf jeder Rallye Kopf an Kopf und schätzen uns gegenseitig!


Den ganzen Tag über fuhren wir immer in kleinere und grössere Regenfronten mit Temperaturen um die 20° Celsius. Finnland erscheint uns einiges rauer als Schweden, sowohl von der Natur wie auch von den Menschen her. Auch bezüglich Wohlstand scheint es deutliche Unterschiede zu Lasten von Finnland zu geben, vielleicht darum, weil Finnland viel näher an Russland liegt?

Heute war für uns kein guter Wettkampftag und ich habe wieder einmal kräftig dazugelernt. In der Vorbereitung habe ich zwar alle Finessen gefunden, aber bei der Umsetzung hat es dann doch 2 Mal nicht nach Wunsch geklappt. In den total 4 Timingpunkten erreichten wir 46 Strafsekunden (1-0-21-24), wurden aber trotzdem noch Tagesneunte! 

So war es nur ein kleiner Trost, dass bei der letzten Regularity kein einziges Team die richtige Abzweigung ohne Zurücksetzen des Fahrzeuges gefunden hat. Die Anweisung  lautete: Turn right on track (km 7.49). Aber da war weit und breit keine Abzweigung und kein Weg, nur hohes Gras! Ca. 30 Meter später habe ich per Zufall zwei Funktionäre im hohen Gras sitzen sehen und so bin ich wieder rückwärts zum Punkt 7.49 km gefahren und dann ins hohe Gras abgebogen. Tatsächlich war da ein Trampelpfad zu finden, welcher gerade eine Wagenbreite breit war. Also nichts wie durch und hin zu den Funktionären. Da wir als Dritte auf diese Regularity starteten und die beiden vor uns gestarteten Fahrzeuge den Abzweiger verpassten, war auch das Gras dieser 'Abzweigung' noch nicht niedergewalzt und der Pfad wirklich kaum zu sehen. Andererseits hätte ich es wissen müssen: Wenn man an einer bestimmten Stelle etwas tun muss und der Tripmaster stimmt (unser stimmt genau), dann muss man es tun!

Bei der vorangegangenen Regularity war ich wohl einige wenige Sekunden lang unkonzentriert und habe eine etwas tückisch beschriebene Abzweigung verpasst. Wir haben es zwar sofort gemerkt, zurückgesetzt und richtig abgebogen, aber da standen schon die schmunzelnden Funktionäre mit gespitztem Bleistift! Auch da waren wir in guter Gesellschaft, aber es hätte trotzdem nicht passieren dürfen.

Trotz dieser beiden gröberen Schnitzer werden wir den 1. Platz in der Kategorie der Vorkriegsfahrzeuge halten können, der Vorsprung auf den ehemals Dritt- und jetzt Zweiplatzierten (Andrew musste sich leider zurück ziehen) beträgt mehrere Minuten.

Leider hat sich auf normaler Strecke ausserhalb der Sonderprüfungen ein Selbstunfall ereignet. Ein Team ist mit seinem Mercedes über den Strassenrand in den Graben gerutscht und hat sich überschlagen. Die beiden InsassenInnen sind zum Glück kaum, resp. nur leicht verletzt und wurden mit der Ambulanz zur Kontrolle ins nahe gelegene Spital gefahren.

'Luigi' hat wiederum tadellos funktioniert, aber bei der Fahrzeugkontrolle vor dem Einschiffen habe ich festgestellt, dass die Gewindestange, mit welcher der Luftfilter und der Luftfilterdeckel fixiert sind, abgebrochen ist. Den Luftfilter wie auch den Deckel habe ich noch vorgefunden, aber die Gewindestange mit der Flügelmutter hat sich rückstandslos verabschiedet - zum Glück nicht in den Vergaser! Neben den obligaten Spann-Set habe ich immer auch starkes Klebeband dabei und so hält das Ganze jetzt mit Klebeband zusammen!

Wir sind jetzt auf der rund 3.5 Stunden dauernden Fährfahrt von Finnland nach Schweden. Gegen 20.00 Uhr sollten wir ankommen und unser Hotel liegt nur 20 km vom Hafen entfernt. Dann heisst es Kräfte sammeln für den morgigen Tag. Es kann nur noch besser werden ...


Es reicht doch noch für einen kleinen Nachtrag: Das Parkhaus nahe bei unserem Hotel war eine kleine Herausforderung. Das 3. Stockwerk mit ein paar wenigen freien Parkplätzen war wegen der starken Auslastung nicht leicht zu erklimmen und zahlen konnte man nur mit der App Easypark. Irgendwann hat das dann geklappt und anschliessend haben wir im Hotel unseren Zimmerschlüssel gefasst. Von den 3 verfügbaren Liften war einer kaputt ... (lies hier mehr dazu in einem früheren Bericht). Die Wartezeit und das Gedränge waren entsprechend angry.

Morgen geht's noch früher los: Wir starten um 07:35 und müssen spätestens um 18:20 Uhr am Tagesziel sein. Die Sonderprüfungen werden immer schwieriger und die Vorbereitungszeiten immer kürzer. Zudem gibt es ab Morgen Kartennavigationen, darin sind wir nicht so gut ... indecision.

Hoffentlich hält das Klebeband bis zum Schluss!
Hoffentlich hält das Klebeband bis zum Schluss!
Hoffentlich hält das Klebeband bis zum Schluss!