Nordic Challenge 01.07.2026 - Day 3: Sunne to Stockholm Port - Sweden (483 km)

Erstmals schien am Morgen keine Sonne sondern der Himmel war bedeckt und es drohte Regen (welcher dann aber nicht kam). Wir starteten heute als siebte der Gruppe, da die Startreihenfolge gemäss sortierter Fahrzeugmarken vorgegeben war. Vor uns waren also nur der Austin Healey, drei Bentleys und zwei BMW's

Nach und nach klarte es auf und wir genossen einen weiteren wundervollen Tag. Schweden hat Unmengen von Wäldern, idyllisch gelegene Seen und Landschaften. Von Dichtestress kann hier wirklich keine Rede sein. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Umstand, dass es in dieser Jahreszeit nie ganz dunkel wird. Aber da braucht es einfach etwas Disziplin, gemäss Uhr und nicht nach Dunkelheitsgrad ins Bett zu gehen. Allerdings ist mir nicht klar, wann diejenigen aufstehen müssen, welche üblicherweise mit den Hühnern aufstehen, denn diese könnnen die Uhr ganz schlecht lesen.

Unsere bisher genossene Verpflegung ist sehr gut, auch wenn Kartoffeln etwas stark dominieren. Die Hotels sind - obwohl sehr abgelegen - erstaunlich gut besucht, gepflegt und sauber. Die Zimmer glänzen nicht gerade durch Grösse, aber gegenüber den Hotelzimmern in Japan sind es halbe Tanzsäle; jedenfalls kommen wir gut zurecht.

Das einzige (kleine) Ärgernis sind die Lifte. Auch wenn alle Lifte funktionieren (ist erst 1 Mal vorgekommen), sind sie seeehr langsam in allen ihren Bewegungen und Schliessvorgängen. Es hat zwar Treppenhäuser, aber die führen immer in den Keller und von dort nach draussen. Man kann also nicht von einem höheren Stockwerk ins Erdgeschoss laufen (auch nicht umgekehrt). Wir können damit leben wink!

Wettkampfmässig ging es heute wiederum gut! Aus den 5 Timingpunkten der Regularities resultierte nur 1 Strafsekunde, wir hatten also 4 Nuller (0-0-1-0-0)! 

Etwas mehr 'Sorge' machen mir die Rundkurse. Mein lieber Freund Andrew aus Irland nimmt mir mit seinem Ford Coupé aus dem Jahre 1936 (fast) immer 2 bis 8 Sekunden pro Rundkurs ab. Unsere beiden Fahrzeuge sind gleich motorisiert (3.6 Liter V8-Flathead), allerdings ist seiner ein Cabrio, deutlich niedriger und auch leichter als 'Luigi'. Heute habe ich aber vielleicht den Grund dafür gefunden. Auf der Rennstrecke bricht sein Fahrzeug beim Abbremsen vor den Kurven nie aus, sondern bleibt ganz stabil, während die Hinterräder von 'Luigi' ziemlich schnell blockieren und dann das ganze Heck ins Kurvenäussere drängt. Klar versuche ich, möglichst vor dem Einlenken genügend zu bremsen, aber das gelingt mir nicht immer. Wie ich gesehen habe, ist im Fahrzeug von Andrew ein Bremskraftverteilventil installiert: Er kann auf solchen Rundkursen fast die ganze Bremsleistung auf die Vorderachse bringen und so bleibt die Hinterachse auch bei starkem Abbremsen immer in der Spur. Nun ja, so ganz periodengerecht ist dieser Mechanismus vermutlich nicht, aber Andrew ist zudem auch ein sehr guter Fahrer. Also muss ich an mir arbeiten und mindestens auch so gut werden wie er! Auf den Regularities sind wir bis jetzt durchwegs besser, haben heute gegenüber ihm - trotz 4 Strafsekunden auf den Rundkursen - total 3 Sekunden gewonnen und liegen in unserer Kategorie der Vorkriegsfahrzeuge mit 29 Sekunden Vorsprung weiterhin auf Platz 1.

Die Rundkurse werden übrigens etwas speziell gewertet: Der Beste einer Fahrzeugklasse in einem Rundkurs erhält 0 Strafsekunden, der Zweitbeste 3 Strafsekunden, der Drittbeste 6 Strafsekunden usw., ganz unabhängig davon, was für Zeit Differenzen wirklich zwischen den einzelnen Rängen waren. So können die teilweise beträchtlichen Unterschiede in der Fahrzeugmotorisierung recht gut kompensiert werden. Aus meiner Sicht eine faire Lösung!

Gleich können wir einschiffen und ich hoffe, dass ich den Bericht noch vor Abfahrt der Fähre hochladen kann ...

'Luigi' von BMW's eingerahmt
'Luigi' von BMW's eingerahmt
'Luigi' von BMW's eingerahmt
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