Nordic Challenge 10.07.2026 - Day 12: Geilo to Holmenkollen - Norway (289 km)

Von einem geruhsamen Tag konnte heute - trotz schönstem Wetter - keine Rede sein! Schon 10 km nach dem Start begann 'Luigi' auf normaler Strecke plötzlich aus dem Auspuff zu qualmen und zwar diesmal aus dem Rechten. Etwas später machte sich der Geruch von verbranntem Öl im Innenraum breit. War jetzt die andere Zylinderkopfdichtung auch hinüber? Alle Temperaturen waren im Normalbereich und auch von der Leistung her war keine nennenswerte Einbusse spürbar.

Nach dem Nachfüllen von Öl haben wir die Rundkurse auf einem stillgelegten Flugfeld mit Bestzeit in unserer Klasse absolviert, aber es war klar: Auf Grund der Rauchentwicklung und der Tatsache, dass immer wieder Öl aus dem Loch den Ölmessstabes gedrückt wurde, musste ein Loch in einem Kolbenboden entstanden sein und der Kompressionsdruck landete im der Ölwanne, resp. dem Kurbelwellengehäuse (@Chris D.: Erinnert Dich das an ein ähnliches Erlebnis?). 

Trotzdem lief 'Luigi's Motor weiter, wenn auch etwas holperig. Später haben wir festgestellt, dass die Zündkerze des 4. Kolbens prächtig verölt war und von dort wohl mit keiner Zugkraft mehr zu rechnen war. Nun, es gab ja noch 7 weitere funktionierende Zylinder und  da alle Temperaturen weiterhin im grünen Bereich waren, fuhren wir - wie auf Nadeln sitzend - weiter.

Von Zeit zu Zeit gelangten Öltropfen aus dem Loch des Ölmessstabes direkt auf den heissen Auspuffkrümmer und verbrannten sogleich. Der dazu passende Ölnebel und Geschmack gelangten durch die leider nicht ganz dichte Motorentrennwand ins Innere des Fahrzeuges und liess uns nachdrücklich an diesen teilhaben. 

Trotzdem gelang uns die 1. Regularity noch sehr gut und in der Kaffeepause füllten wir Öl nach. Der Verbrauch lag jetzt bei 1 Liter pro 100 km.  Leider verpassten wir bei der 2. Regularity den ersten trickreich versteckten Timingpunkt, was etwas zusätzlichen Frust auslöste. Da bin ich doch glattwegs über einen Anfängerfehler gestolpert und ja, ich werde wohl älter ....

Das Loch im Kolbenboden schien grösser zu werden, denn die austretenden Ölschwaden wurden immer häufiger und 8 km vor dem Ziel gab es auf der Autobahn einen 'Chlapf' und irgendetwas schien sich zu verabschieden (es war der Deckel auf dem Entlüftungsrohr des Kubelwellengehäuses, wir haben ihn später 'weiter unten' wieder gefunden). Anhalten war wegen des Verkehrs nur mit viel Risiko möglich und so fuhr ich weiter, die Temperaturen gut im Auge behaltend. Diese blieben unverändert und so schafften wir es tatsächlich den Berg hinauf noch bis ins Ziel. Dort quittierte 'Luigi' vor versammelten Publikum seinen Dienst mit einem letzten grossen Ölschnaufer, sehr zur Belustigung der Umstehenden. 

Wir haben es geschafft smiley! Trotz unserem heutigen Patzer konnten wir unseren schon grossen Vorsprung in der Kategorie der Vorkriegsfahrzeuge verteidigen und unseren 1. Platz gut halten. Auf der inoffiziellen 'Over-All' Rangliste sind wir leider auf den 3. Platz zurückgefallen sad. Vermutlich wird mir das später einmal im Rallye-Himmel vorgeworfen und der Prosecco verweigert ...

Anschliessend haben wir 'Luigi' wie geplant auf den Lastwagen verladen. Er läuft nach wie vor, aber einfach nicht mehr 'rund', dafür mit gut geschmiertem Motorenraum wink.

Bald geht es an die Schlussveranstaltung und morgen mit dem Flieger heim. Vielleicht schreibe ich moregn oder am Sonntag nochmal ...

Trotz allem im Ziel!
Trotz allem im Ziel!
Trotz allem im Ziel!

Kommentare

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Beat 10.07.2026, 22:19

Liebe Irene und Mäni
Das nennt man wohl irgendwie optimalen Wirkungsgrad, grad noch über die Ziellinie und dann aus der Schnauf!
Herzliche Gratulation trotz allem und hoffentlich baldige Genesung bei Luigi.
Liebe Grüsse
Beat